Conan, der Barbar

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Böse: Schlangengott Thulsa Doom

Als Conan, der Barbar 1982 in die Kinos kam, hielt man diesen üppigen Fantasy-Film für stumpfes Gemetzel. Zu Recht? Nein! Im Rückblick ist der Schwert-und-Magie-Fantasy-Streifen mit Arnold Schwarzenegger nämlich geradezu genial, ja: ein Meilenstein!

Der grausame Fantasy-Herrscher Tulsa Doom (unvergesslich: James Earl Jones) überfällt mit seinen Mannen ein kleines Dorf. Dort huscht Conan, der künftige Barbar, noch als ein kleiner Junge herum. Vor Conans Augen wird der Vater erschlagen, die Mutter geköpft. Der Junge wird versklavt.

Über Jahre hinweg ist Klein-Conan an ein Mühlrad gefesselt. Doch während die anderen Kinder langsam sterben, wird er nur kräftiger. Am Ende ist Conan, der Barbar (Arnold Schwarzenegger) als einziger übrig. Er hat ordentlich Muskeln angesetzt – und wird weiterverkauft. Jetzt soll er als Gladiator in Arenen um sein Leben kämpfen. Brav tut er auch das und hat bald eine rechte Gaudi dabei. Und von wegen Barbar: Er darf auch Lesen und Schreiben lernen und zwischendurch die ihm zugeführten Damen befruchten.

Aus einer Laune heraus schenkt ihm sein Besitzer die Freiheit. Conan wird zum Dieb – und stellt fest, dass Tulsa Doom noch immer existiert. Doch der Schurke hat umgesattelt: Statt alles niederzubrennen, lockt er als Guru mit falschen Versprechen die Menschen in seine furchtbare Schlangensekte. Dort stillt er seinen Appetit auf magere Jungfrauen …

Conan, der Barbar: in vielen Details üppig ausgestattet

Conan, der Barbar: ein Meilenstein von Film

Conan, der Barbar (in Kriegsbemalung)

Ein Film wie ein Erdbeben, ein Mann wie ein Vulkan – mit dieser herzigen Tagline kam 1982 Conan, der Barbar in die Kinos, ein Film, der damals das Prädikat ‚dumpfes Gemetzel‘ neu zu definieren schien. Im Rückblick ist der Schwert-und-Magie-Fantasy-Streifen geradezu genial, und zwar aus vielerlei Gründen. Zum Beispiel hat bis dahin und eigentlich auch danach kein Film so stimmungsvoll, üppig, pathetisch und mit völlig überhöhtem Ernst (und doch nicht ohne Humor) das Thema Fantasy mit Magie und Schwertkampf auf die Leinwand gebracht. Es ist echte Dark Fantasy ohne nerviges Panflöten-Gesäusel.

Begleitet Conan: Valeria (im Business-Dress)

Zu Beginn und gegen Ende des Filmes wird kaum gesprochen. Man vermisst trotzdem nichts. Auch das verweist auf die filmischen Qualitäten von Conan, der Barbar, an dem auch Oliver Stone mitgeschrieben hat. Hinzu kommt eine durchdachte Regie- und Kameraarbeit, die man heute kaum noch findet. Eigentlich ist Conan heute fast schon Arthouse-Kino.

Unvergesslich ist auch die Musik von Basil Poledouris. Weil einen die Handvoll Themen förmlich ins Hirn gehämmert werden. Unvergessbar auch zahlreiche, wahrlich einmalige Szenen: die Hexen-Prostituierte; der Geier; die Suppen-Küche … Dazu viele liebenswert gestaltete, eigenständige Nebenfiguren – vieles davon geht dem Remake Conan von 2011 völlig ab.

Die Schwächen des Barbarengemetzels

Allerdings hat der olle Schinken auch ein paar Schwächen. Mythos hin oder her – der Saft des Pathos quillt diesem Film aus jeder Pore. Vielleicht wirkt er nur deswegen so wenig platt – im Vergleich mit vielen modernen Filmen, die kaum noch etwas ernst meinen und zelebrieren können.

Kein Wunder, dass ihm seinerzeit auch Faschismus vorgeworfen wurde. Aha. Wo? Etwa in der Schlussszene, wo der Barbar die Macht nicht übernimmt, sondern ans Volk zurückgibt? – Wirklich dumpf sind etliche Schlacht- und Kampfszenen, die doch etwas träge und schlicht daherkommen und der Post-Matrix- und Post-LotR-Generation natürlich maximal ein müdes Lächeln abringen. Hier liegen übrigens die Stärken des Remakes Conan von 2011.

Verletzt: Conan, der Barbar

Kann man sich Conan, der Barbar heute noch ansehen? Unbedingtes Ja! Ich habe es gerade getan und war wieder einmal begeistert. Es dürfte Schwarzeneggers bester Film sein, und die etwas hölzerne Art (in der Originaltonspur) schadet überhaupt nicht. Schließlich wuchs der Mann am Mühlrad auf.

Der Herr der Ringe“ ist natürlich die deutlich bessere, perfektere Fantasy mit erheblich komplexerer Geschichte. Doch LoTR fehlt das Dunkle, Raue, Schwere. „Game of Thrones“ kommt von der stets etwas versifften, grindigen Atmosphäre am ehesten an diesen Film heran. Doch GoT ist wegen des Seriencharakters im Vergleich viel platter und beschäftigt sich deutlich mehr mit höfischen Intrigen (die Fire-and-Ice-Bücher sind finsterer).

Fazit: Conan, der Barbar (1982)

Conan, der Barbar ist ein bis heute unübertroffener Meilenstein des dunkleren Fantasy-Films. Den muß man einfach gesehen haben. 

Zu haben als DVD und Blu-ray.

Zur Blu-ray sei gesagt, dass die Bildqualität ganz in Ordnung ist. Das Film hat viel Korn, aber das ist besser als zu glattgebügelt. Es fehlt erneut das alternative Ende, aber braucht man das wirklich? Man darf sich nicht zu viel erwarten, ganz im Gegenteil sieht man, dass wohl schon der Film oft Schärfenprobleme hatte. Der Trailer steht nicht für die Bildqualität:

Gute Reviews auf christiansfoyer.defilmflausen.deevolver.at.

Sehenswert
Phantastisch
Spannend
Witzig
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Trashig
Monströs
Blutig
Nackig

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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