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Die Mondverschwörung

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Das Gegenteil von „Science Fiction“ ist? Genau: „Star Wars“. An die Stelle wissenschaftlich fundierter Spekulation über technische und gesellschaftliche Entwicklungen tritt dort das Märchen – gute gegen böse Zauberer, die sich mit Schwertern an die Gurgel gehen, um die Prinzessin zu befreien.

Das Gegenteil von Science ist: Grenz-, Pseudo- und Para-Science. Unfug, der mit allerlei Fachtermini garniert vorgetragen wird, als handle es sich um letzte Wahrheiten. Atlantis war ein Raumschiff mit beschädigtem Antrieb, Beethovens „Ode an die Freude“ enthält Hinweise darauf. Haare schneidet man sich am besten bei abnehmendem Mond, sonst wachsen sie zu schnell nach. Energetische Netzgitter aus Plutonium polen uns um. Das Brandenburger Tor ist ein Wahrzeichen des 3. Weltkrieges – und ein Tor zur Hölle.

Und so weiter, und so fort … Immer mehr Menschen kratzen den dünnen Firnis der mühevoll erarbeiteten Aufklärung ab. Sie kehren Vernunft und Wissenschaft den Rücken und wenden sich der Esoterik zu, oder ihrer intellektuell bebrillten Freundin, der Pseudowissenschaft.

Dabei gibt es keinen obskuren Mummenschanz, an den nicht geglaubt wird. Das zeigt „Die Mondverschwörung“, eine höchst heitere und zugleich wahnsinnige Dokumentation, die derzeit durch kleinere Kinos tourt (Tourdaten hier).

Doku-Spezialist Thomas Frickel greift zu einem bewährten Trick: Der US-Journalist Dennis Mascarenhas mimt für ihn in bester Borat-Manier den unschuldigen Zuhörer „von außerhalb“, der in holprigem Deutsch interessierte Fragen stellt und für alles offen ist, auch für den übelsten Quark.

Die Antworten können für sich stehen. Es gibt Nazi-UFOs – aber die Mondlandung war eine Erfindung der NASA. Die Erde ist eine hohle Kugel, wir leben an der Innenseite und sehen statt eines Himmels auf die 6350 Kilometer entfernte „Himmelskugel“ in der Erdmitte. Witzig ist das Ganze in jedem Fall.
Erschreckend aber auch, etwa wenn erwachsene Personen sich als Planetensystem „aufstellen“ lassen, um so das verborgene Wissen des Universums zutage zu fördern…

Also ganz egal, was heute in Ihrem Horoskop steht: Diesen Film sollten Sie sehen. Mehr Infos auf www.mondverschwoerung.de

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

2 Antworten

  1. Peter sagt:

    Für mich war der Streifen insofern ein besonderes Erlebnis, weil ich aus Gründen, die mir nicht mehr einfallen wollen, mittenrein geschaltet habe und so den Aufhänger nicht kannte. So hielt ich den Film für eine Satire, weil: So viele Bekloppte kanns ja selbst in meinem eigenen Land gar nicht geben. Die Ernüchterung kam dann umso heftiger …

  2. Andreas sagt:

    Es erging mir ganz genauso.

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