Gorath: Ufos zerstören die Erde

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Das UFO, also das Unbekannte Fliegende Objekt in diesem Film heißt „Gorath“, ist also gar nicht so unbekannt. Nur ein weiterer brennender Meteor, der auf die Erde zu stürzen scheint. Passiert ja andauernd, zumindest im Film: Ein heldenhaftes japanisches Team fliegt daher gleich mal los, um in einer nicht näher begründeten Mission nichts Essentielles herauszukriegen – das UFO „Gorath“ stürzt nämlich weiterhin auf die Erde zu. Immerhin findet die heldenhafte Mannschaft dabei den Heldentod und der Film muss sich andere Hauptdarsteller suchen… schon das ist kurios, aber eben anders als bei westlichen Filmen.

Die Rakete der ersten Mission stürzt heldenmutig in den brennenden Meteor Gorath, dessen magnetische Anziehungskraft an ein schwarzes, zumindest braunes Loch gemahnt

Aber halt! Bevor das „UFO“ die Erde zerstören kann, haben japanische Eierköpfe einen Spitzenplan: Gigantische Düsentriebwerke am Südpol sollen die ganze Erde einfach mal eben aus der Bahn werfen, so dass Gorath vorbeifliegt und die Erde nicht, wie im Titel versprochen, zerstört. Wissenschaftlich gesehen ist das gelinde gesagt eine große Herausforderung – doch die Kunst der Ingenieure der Welt und der Wille der vereinten Erdvölker machen es möglich. Allein dieser Idealismus verdient schon einen Oscar.

UFOs zerstören die Erde? Nicht, wenn eine Zillion Düsentriebwerke in der Antarktis die Erde aus ihrer Umlaufbahn schieben … und das bei den Spritpreisen!

Dennoch geht natürlich Haufen zu Bruch, denn „Yôsei Gorasu“ (1962) ist einer dieser japanischen Streifen, in denen man Heldentode stirbt, selbstlos für das gemeinsame Ziel zusammenarbeitet und trotzdem irgendwann die Miniatur-Modelle (von Toho-Mastermind Eiji Tsuburaya) malerisch in sich zusammenstürzen. Die Autoren von Filmen wie „Meteor“, „Armageddon“, „Deep Impact“ und wie sie alle heißen haben sicher alle diesen wegweisenden Streifen gesehen, dem seinerseits ein Kinobesuch bei „Der jüngste Tag“ (When Worlds Collide, USA 1951) vorangegangen sein dürfte.

Wenn Maguma, das Monster-Walross aus dem antaktischen Magma aufkreuzt, geben die Wissenschaftler Fersengeld …

„Gorath“ wäre ein Godzilla-Film ohne Godzilla – wenn da nicht kurz vor Schluss einige Minuten lang völlig ohne Sinn und Verstand dieses merkwürdige Walross-Monster namens Maguma auftauchen würde, das aber letztlich nicht wichtig ist und wahrscheinlich nur dazu diente, via Trailer die Gummikostüm-Monster-Fans in die Kinos zu locken…

Fazit: Charmanter Science-Fiction-Katastrophenfilm vom zu verehrenden Godzilla-Regisseur Ishirô Honda, den man am besten mit viel Koffein und wenig Verstand genießt. Für Liebhaber japanischer Modell-Crash-Filme ein absolutes Muss; für SF-Fans immerhin ganz sehenswert und keineswegs der übliche Trash; für Realisten natürlich eine Katastrophe; – aber warum schauen die überhaupt Filme?

Tolle Trailer folgen. Sehen Sie sich unbedingt beide an – denn sowohl die japanische als auch die deutsche Version (die dreist lügt) haben ihren Charme.

Mehr Infos:

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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