Monsters

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Vor Jahren stürzte eine NASA-Sonde über Mexiko ab. An Bord befanden sich wie gewünscht außerirdische Lebensformen. Weniger gewünscht war, dass diese aus der Sonde entkamen und sich in halb Mexiko breit machten – als 100 Meter lange Riesenkraken. Die Infizierte Zone zwischen Mexiko und den USA gilt nun als unpassierbares Niemandsland, umgehen von hohen Schutzzäunen. Und doch entkommen immer wieder mal ein paar schlecht gelaunte Tierchen. Ausgerechnet jetzt, da Sensationsfotograf Andrew von seinem Verleger genötigt wird, seine Tochter aus Mexiko sicher nach Amerika zu bringen. Weil ihr Zug bald nicht mehr weiterkommt und umkehrt, reisen die beiden weiter per Bus, Autor, Boot und bald zu Fuß – mitten durch das Land der „Monsters“.

Arthouse-Science-Fiction hat ja stets einen schweren Stand. Einerseits will sie natürlich spannend unterhalten, andererseits möchte sie weg von den Genre-Konventionen, die so oft in sinnlose Effekt- und Materialschlachten ausarten. „Monsters“ wandelt hier auf einem schmalen Grad, denn die titelgebenden Wesen tauchen praktisch nur drei Mal auf und bleiben letztlich Staffage; als Creature Feature geht das Stück daher nicht durch. Stattdessen konzentriert sich der Film in der Art eines Road-Movies auf die beiden Hauptdarsteller, für deren Ich-schlage-mich-durch-bis-nach-Amerika-Geschichte die Aliens allerdings gar nötig gewesen wäre.

Trotzdem lohnt es sich, den Film zu sehen. Weniger wegen der erstaunlich zurückhaltend entwickelten Romanze zwischen den beiden Hauptdarstellern, sondern tatsächlich wegen der Schauwerte: Die Illusion, halb Mexiko und die USA befänden sich im Kampf gegen turmhohe Space-Tintenfische, wird so diskret und doch zugleich umfassend als Hintergrund aufgebaut, dass es eine wahre Freude ist. Und natürlich wegen der kaum zu übersehenden (angeblich nicht beabsichtigten) politischen Botschaft dieses Low-Budget-Movies, das für geschätzte 800.000 Dollar erstaunlich gut aussieht.

Fazit: „Monsters“ ist eine beeindruckend stimmungsvolle Metapher auf die Angst vor Einwanderung, hat allerdings mit etlichen Längen zu kämpfen. Als Science-Fiction-Movie geht es gerade noch so durch. Eher ein Tipp für Freunde des leisen phantastischen Films – Action-Fans sollten diese Zone aber meiden, bis jemand mit einem besseren Drehbuch das Remake dreht.

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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