Moon

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Sam Bell (Sam Rockwell) ist allein auf dem Mond, verdammt allein. Aber mehr als eine Person (und einen Roboter) braucht es in der britischen Produktion „Moon“ von 2009 offenbar nicht, um jene Erntemaschinen zu kontrollieren, die irgendwas schürfen, was irgendwo wichtig ist. Immerhin naht das Ende seiner Schicht auf dem Mond. Es wird auch Zeit – der arme Sam verwahrlost zunehmend, und die Zipperlein werden ebenfalls schlimmer.

Doch bevor Sam sich auf die Heimreise begeben kann, baut er einen Unfall und verliert das Bewusstsein. Man kann sich seine Überraschung vorstellen, als er auf der Krankenstation aufwacht und sich seinem Retter gegenübersieht: Nämlich sich selbst – bloß in einer deutlich jüngeren Version, frisch gewaschen und kerngesund. Was geht da vor sich?

Die Prämisse ist cool, die Atmosphäre in den Kulissen stimmt auch. „Moon“ wurde entsprechend gefeiert und für ganz besonders intelligent gehalten. Ich bin da nicht ganz so enthusiastisch, denn leider hat das in meinen Augen etwas einfältige Drehbuch von „Moon“ nicht genug Substanz, um einen gesunden Spannungsbogen über die Laufzeit hinweg zu halten.

Dennoch ist Moon sehenswert. Nicht nur, weil es eben kein Monster-Schrott ist. Sondern weil die „Außenaufnahmen“ und die Sets einfach atemberaubend gut aussehen. Regisseur Duncan Jones hat eine richtige Augenweide inszeniert, die Lust macht, sofort eine Schicht auf dem Mond einzulegen…

Und so bekommt man mit einer Kanne Kaffee auf dem Beistelltisch ein gemütliches SF-Kammerspiel zu sehen, das Genre-Fans mit vielen Anspielungen auf „2001“ und andere Klassiker erfreut. Empfehlenswert ist übrigens die Original-Tonspur, weil Kevin Spacey den Roboter GERTY spricht und dabei hörbar einen Gegenentwurf zu HAL im Sinne hatte.

Fazit: Visuell äußerst beeindruckende, inhaltlich allerdings etwas langatmig geratene SF-Perle, die man sich durchaus ansehen kann.

Zu haben auf DVD und Blu-ray. Letztere ist besonders empfehlenswert, denn die Aufnahmen des Mondes sind einfach grandios geraten. Interessant auch das Duncan-Jones-Doppelfeature mit „Moon“ und „Source Code“ in einer Box.

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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