Scavengers / Space Soldiers

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Dem unrasierten Weltraumschrottsammler Captain Wake und seiner gutaussehenden, hell- und dunkelbraun gekleideten, überwiegend blond-braunhaarigen Crew fällt beim Plündern ein seltsames Artefakt in die Hände, das unendliche Macht verspricht. Leider will das auch der bösartige, psychopathische, etc. Captain Jekel, der mit seiner ebenfalls gutausehenden, aber schwarz gekleideten und auch schwarzhaarigen Crew schon lange dem Artefakt auf der Spur ist und sprichwörtlich über Leichen geht.

Weltraum-Artefakt? Lass uns das mal googeln…

Scavengers (2013), hierzulande unter dem beknackten und völlig falschen Verleihtitel „Space Soldiers“ erschienen (null Soldiers im ganzen Film, jeder ist – wie im Originaltitel versprochen – ein Plünderer), ist einer dieser höchst billigen Sci-Fi-Streifen, die wahrscheinlich nur deswegen überhaupt existieren, weil man die Weltraumszenen heute prima auch zuhause mit der Digitalbüchse machen kann. Ich machs kurz:

Gut:

  • überwiegend passable Story
  • mit teils interessanten Figuren
  • und teils passablen production design
  • sowie einigen interessanten Ideen
  • (plus eine halbentblösste, weibliche Brust in der obligatorischen Dusch-Szene)

Schlecht:

  • teils grottige Figuren, mit dumpfen Comic-Namen wie „Breathtaker“, „Overkill“ und „Mercenary Girl“ (!)
  • dargestellt durch teils grottige Darsteller (vor allem massives Overacting des Schurken)
  • mit teils grottigen Dialogen
  • zwischen teils grottigen CGI-Schauwerten (in Prä-Babylon-5-Qualität)
  • in einer nie zu Ende gedachten Story
  • voller Rohrkrepierer nie wirklich gut umgesetzter Ideen

Schurkin (erkennbar an der schwarzen Lederkluft)

Ein echter Stinker also?
Ja und nein.
Ja: Weil so richtig stimmen tut hier nichts.
Nein: Denn ich habe schon viel schlimmere Stinker gesehen, täglich auf Syfy.

Ganz harte Fans können sich Scavengers – Space Soldiers schon reinziehen. Ich hatte das Gefühl, dass man aus einigen Elementen der Geschichte wirklich etwas hätte machen können, und einige Szenen gehen, für sich genommen, durchaus in Ordnung. Nur das Ganze stimmt halt hinten und vorne nicht, und die CGIs sind zwar texturell okay, doch ihre Animation ist einfach erbärmlich. Nur das Produktionsdesign ist angesichts des Budgets erstaunlich – ein Blick in die IMDB zeigt denn auch, dass Regisseur Travis Zariwny eigentlich damit sein Geld verdient. Man möchte wirklich nicht wissen, wie wenig Geld ihm hier zur Verfügung stand…

WARNUNG: „Sci-Fi-Horror im Stile von Event Horizon“ verspricht ein Sticker auf der Packung. Die Armen Leute bei Splendid Film können natürlich nicht anders als so zu tun, als sei das hier ganz grosses Kino. Doch leider ist in „Space Soldiers“ evensowenig Horror oder „Event Horizon“ drin wie in einem Marzipan-Osterei; und auch die Ab-18-Freigabe ist reine Verkaufsmasche.

Fazit: Scavengers / Space Soldiers ist eine ziemlich üble Weltraumabenteuer-Gurke, die sich wirklich nur ansehen sollte, wer ein verdammt großes Herz hat für Low-Budget-Trash.

  • Zu haben auf Blu-ray und DVD.
    Ist aber eher was für die Leihvideothek.

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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