Synchronicity

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Pritzel, flash – schon ist in Synchronicity das Zeitreise-Wurmloch offen – aber ist es wirklich nur eine Zeitreise oder eine Reise in eine alternative Realität?

Irgendwann in naher Zukunft bastelt der Physiker Jim Beale mit seinen Kumpels an einer Zeitmaschine. Natürlich braucht er richtig viel Geld, um diese bauen und auch testen zu können. Das Geld kommt vom undurchsichtigen Investor Klaus Meisner. Endlich gelingt es Jim und seinem Team, ein Wurmloch zu öffnen – oder doch nicht? Es fehlt der Beweis. Der Investor ist verstimmt – doch dann taucht eine Dahlie auf, die durch das Wurmloch zu ihnen gereist/gebeamt/gewurmt zu sein scheint.

Kommt die Dahlie von der anderen Seite?

Ist das Experiment doch gelungen? Kommt die genetisch veränderte Blume von der „anderen Seite“? Und huschte da auf dem Video der Überwachungskamera nicht ein Schatten aus dem Wurmloch? Wer ist die geheimnisvolle Schönheit Abby an der Seite von Investor Klaus Meisner – soll sie Jim seine Erfindung stehlen? Und warum scheint sie den Physiker Jim schon zu kennen? Warum geht es ihm gesundheitlich immer schlechter? Wer ist der andere Mann in Abbys Leben? Und was ist mit dem Buch, an dem Abby arbeitet – ausgerechnet ein Science-Fiction-Roman über einen Zeitreise-Physiker, der ein Wurmloch öffnet und …

Die schöne Abby verdreht unserem Physiker Jim den Kopf …

Synchronicity: passable Zeitreise

Und wieder ein Zeitreise-Film. Wie in Timecrimes steht bei Synchronicity die Inszenierung einer aufwendig konstruierten Ursache-Wirkung-Schleife im Vordergrund der Geschichte. Das ist leider ohne große Überraschungen, außer der erstaunlichen Tatsache, dass man offenbar ungestraft ziemlich wirre Filme drehen darf – wie Synchronicity. Denn auch wenn Regisseur Jacob Gentry (The Signal) das natürlich alles sorgfältig konstruiert hat, entwickelt es einfach nicht die kompromisslos architektonische Klarheit, die etwa ein Christopher Nolan hier aufgebracht hätte. Auch bleiben die Figuren zu blass, entwickeln kaum eigenen Charakter.

In Zeitreise-Filmen hat man es oft eilig …

Gibt es dennoch einen Grund, sich Synchronicity anzuschauen? Ja, einige: Es ist nämlich alles so wunderbar rätselhaft, dass man sich zwangsläufig fragt, worauf das ganze hinausläuft und wie am Ende die Puzzleteile in ihre Positionen fallen werden. Auch läuft die schöne Abby (hot: Brianne Davis) häufig knapp bekleidet durchs Bild, ja, das muß man schon erwähnen. Sie ist wie eine femme fatale im Noir-Film inszeniert, ein Genre, das man hier sichtlich im Sinn hatte (doch außer Klaus Meisner ist hier keiner noir). Oder besser noch Neo-Noir, denn an vielen Stellen erinnert die Beleuchtung und die (ziemlich anständige) Synthesizer-Filmmusik an Blade Runner (allerdings ohne dass Synchronicity inhaltlich auch nur das geringste damit zu tun hätte, abgesehen von ein paar Anspielungen).

Synchronicity ist sauber inszeniert und sieht edel aus. Die Locations sind großartig: Dem Film gelingt es mit sichtbar wenig Geldmitteln, da Gefühl einer Near-Future-Welt zu vermitteln. Michael Ironside als böser Klaus Meisner ist wie üblich sehenswert. Doch am Ende ist das alles zu wenig für einen Geheimtipp – aber schlecht ist Synchronicity nicht. Spoiler: Positiv zu vermerken auch der Mut, kein Happy-End zu liefern!

Stimmungsvolle Bilder mit passender Musik erinnern an Blade Runner

Fazit: Synchronicity

Synchronicity kann sich nicht entscheiden, ob er nun Zeitreise-Science-Fiction, Liebesgeschichte oder Noir-Thriller sen will – und so ist er am Ende nichts von allem wirklich gut. Für SF-Vielseher und Zeitreise-Paradoxon-Fans ist das aber ein ziemlich passabler Lückenfüller, der gut aussieht und angenehm trashfrei ist. Nur Action-Fans sollten Abstand nehmen.

Synchronicity ist zu haben als DVD, Blu-ray und als Stream bei Amazon VoD.

Sehenswert
Phantastisch
Spannend
Witzig
Kultig
Trashig
Monströs
Blutig
Nackig

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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