The Dark Side Of The Moon

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In Dark Side Of The Moon treibt Raumschiff Spacecore 1 antriebslos durchs All. Mit an Bord: der Teufel persönlich, der zum Bermuda-Dreieck des Mondes will…

Wegen eines Phänomens namens „gebundene Rotation“ ist die eine Seite des Mondes stets der Erde zugewandt, die andere daher von der Erde aus nie zu sehen (echt jetzt). Schon Pink Floyd besangen das im Album Dark Side Of The Moon, aber auch den Umstand, dass ja auch die menschliche Seele eine dunkle Seite hat.

Es lag wohl einfach in der Luft, dass irgendwann auch mal jemand einen Film über die dunkle Seite des Mondes macht. Hoffentlich nicht der letzten, denn The Dark Side Of The Moon ist teils ein ganz schlimmer Stinker, den bitte dringend jemand neu & besser machen sollte.

Die Story von The Dark Side Of The Moon

Auf dem Weg zur Dark Side Of The Moon

Wir schreiben das Jahr 2022: Das Raumschiff Spacecore 1 (warum eigentlich nie Spacecore 67 oder 114?) gondelt durchs Alls, um routinemäßig dort stationierte Atomwaffen zu warten. Plötzlich kommt es zum unerklärlichen … nämlich zum unerklärlichen Ausfall aller Geräte. Die Notsysteme sorgen zwar für Sauerstoff und Wärme, aber nur noch für kurze, begrenzte Zeit – kurzum: das Ende ist nah!

Zugleich bewegt sich das Schiff ohne funktionierenden Antrieb in Richtung Mond. Genauer gesagt Richtung – Überraschung! – Dark Side Of The Moon und dort in die (erfundene) Region Centrus B 40. Der Bordcomputer, die schöne Roboter-Kunst-Intelligenz Lesli, weiß auch nichts beizutragen und lümmelt nur in ihrem KI-Sessel rum und stellt ihren Balkon zur Schau.

Das Shuttle mit den vielen Räumen…

Da kreuzt ein altes Space-Shuttle der NASA ihren Weg. Die Mannschaft der Spacecore 1 witert ihre Chance, kriegt ein Andockmanöver hin und geht an Bord der „Apollo 18„. Dort staunt und wundert man sich: Alles steht unter Wasser, verweste Fische treiben im Schlick herum. Was war hier los?

So plätschert das vor sich hin … ein paar Tote … Irgendwann stellt jemand eine toootaaaal einleuchtende Verbindung zwischen „Centrus B 40“ und dem irdischen Bermuda-Dreieck her, derweil ein unerklärliches Monster mit gelben Schlangen-Kontaktlinsen nach gewohntem Muster die Besatzung wegsnackt … Am Ende wirft Dark Side Of The Moon dann noch etwas „666“ und „ich habe viele Namen“ in die Waagschale….

Dark Side Of The Moon: ein übler Stinker?

Schiffs-KI Lesli trägt Leder

Ein paar positive Dinge seien erwähnt: „The Dark Side Of The Moon“ (von 1990) versucht durchaus, stimmungsvollen Suspense aufzubauen. Und eigentlich ist die Story, so ausgelutscht ihre Elemente erscheinen mögen, auch nicht völlig verkehrt.

Hinzu kommen einige seltsam krude und daher nette Ideen, etwa die Avatar-KI Lesli (links) im sexy Lederdress, der von der Kamera ständig die Körbchen abgezoomt werden. Oder der Fakt, dass hier SF mit Okkultismus gemischt wird (ähnlich wie im wesentlich besseren „Event Horizon“). Auch die Trickaufnahmen sind gar nicht schlecht, wenn auch selten; vor allem der letzte Schwenk über die Mondoberfläche ist ein Highlight des Films.

Wenig Licht in The Dark Side Of The Moon

Und doch schafft es der Regisseur einfach nicht, dem schlappen Drehbuch von The Dark Side Of The Moon etwas Spannung abzuringen: Meistens (nicht immer!) versackt die Handlung im dramaturgischen Schlamm, in dem die ohnehin schon gesichtsmüden Darsteller eigenschaftslos und ohne Sinn und Verstand (aber mit Automatikwaffen) rumtapsen (meist im Stockfinstren), unter anderem in den ungeheuer weitläufigen Kulissen eines Space-Shuttles (!), dessen Räume (!) zum Teil komplett unter Wasser stehen. Zur ständigen Dunkelheit an Bord der beiden Schiffe gesellt sich ein hämmernder FM-Synth-Score, der für fünf Minuten wohl recht beeindruckend wäre, der aber nach 15 Minuten einfach nur noch monoton und einschläfernd wirkt.

Er hat viele Namen…

So ist mein (wiederholter) Eindruck dieses Alien/Thing-Rip-offs bizarr gespalten: Man hat irgendwie das Gefühl, er wäre so schlecht eigentlich nicht; trotzdem langweilt einen die dunkle Seite des Mondes stellenweise zu Tode, auch wenn hier und da etwas Blut spritzt oder Haut zu sehen ist.
Bitte remaken.

Fazit: die Dark Side Of The Moon

The Dark Side Of The Moon kann man sich höchstens spätnachts nach drei Energy-Drinks mit Wodka reinschrauben: Es ist ein zähes 90er-Jahre-B-Movie mit wenig Fiction, noch weniger Science und Story, sowie null Action. Aber für den einen Euro, den der Käse auf DVD gebraucht kostet, kann man sich die Mär vom Weltraum-Satan schon mal ansehen…

Im Vergleich:

Zu haben ist The Dark Side Of The Moon auf DVD (in höchst zweifelhafter Qualität).

Es scheint ihn auch als legalen VoD-Stream bei YouTube zu geben:

Trailer zu The Dark Side Of The Moon:

Sehenswert
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Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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