Attack the Block

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Im abgefuckten Südlondon eilt eine junge Krankenschwester durch die Silvesternacht nach Hause. Da stellt sich ihr eine Gruppe maskierter Jugendlicher, naja, eher noch Kinder in den Weg. Die Gang will Geld, Handy, Schmuck und zögert auch nicht, mit einem Klappmesser zu argumentieren. Schwester Sam rückt daher die Wertsachen heraus und sucht das Weite.

In diesem Augenblick schlägt eine Art Meteorit direkt neben dem Schauplatz des Geschehens ein. Darin: Ein kleines Monster mit reichlich Zähnen, das Moses, der Anführer der Gang, anfällt. Das kann der nicht auf sich sitzen lassen und bringt es zusammen mit seinen Kumpels zur Strecke. Schlecht, denn jetzt kommen noch mehr, noch größere Monster – „Fuck, es regnet Gollums!“  – und belagern den Plattenbau-Wohnblock, in dem Moses, seine Freunde und übrigens auch die Krankenschwester Sam wohnt.

Super Idee: Statt auf besonnene Wissenschaftler oder Militärs prallt die Alien-Invasion im Creature-Feature „Attack the Block“ auf eine Gruppe verwahrloster Jugendlicher, die sich mit gewaltverherrlichenden Videospielen, Horrorvideos und allerlei Drogen in Stimmung gebracht hat. „Jungs, es gibt Alien-Geschnetzeltes!“

Die ersten 30 Minuten gehörten zu den besten, was ich in den letzten Jahren gesehen haben. Und der Rest geht auch in Ordnung. Die Monster sehen wegen eines Tricks sehr gut aus: sie sind einfach verdammt schwarz, CGI kommt sparsam zum Einsatz. Und das Waffenarsenal der Jugendlichen – Baseballschläger, Fahrradkette, Silvesterböller und -Raketen sowie Super-Soaker voller Sprit – sorgt dafür, dass die Aliens ordentlich Saures kriegen. „Das ist mein Block!“

Die Geschichte schubst den Zuschauer ohne viel Vorerzählung nach nur vier Minuten mitten in die Auseinandersetzung – das erweist sich am Ende ein ganz klein wenig als (verzeihbarer) Fehler, denn der Plot ist trotz gesellschaftskritischen Untertönen und diversen Quests eigentlich etwas zu dünn, um über die komplette Länge des Filmes zu tragen.

Aber es geht schon, zumal das Drehbuch eine Tugend beherzigt: So wie hier würden echte Menschen mit echten Problemen einigermaßen wahrscheinlich wirklich reagieren, mit einigen Najas hier oder dort.

So oder so: Bis zum Ende der Geschichte hat der Zuschauer sehr viel Vergnügen dabei, den Ghettokids in ganz wunderbar witzigen Szenen dabei zuzuschauen, wie sie mit hohen Verlusten zwar nicht die Welt, aber doch immerhin sich selbst und ihren Block retten.

Fazit: Habe mich selten so amüsiert. Die spannende Sci-Fi-Horror-Komödie holt aus dem eigentlich völlig ausgelutschten Sujet neue Aspekte heraus und erfreut durch lässigen Soundtrack und starke jugendliche Darsteller. Ein Big-Alien-Gorilla-Wolf-Motherfucker-Riesenspaß mit wohl dosierter Message.

Zu haben als DVD und Blu-ray und via VoD (Maxdome).
Infos www.attacktheblock-film.de oder Capelight.

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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