The Mind Snatchers | The Happiness Cage

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Private James (Christopher Walken) ist ein ziemlicher unausstehlicher Soldat, wahrscheinlich, weil er auch ein zutiefst unglücklicher Mensch ist. Nach einem heftigen Streit wird er ohne nähere Angaben in eine geheimnisvolle Klinik bei Frankfurt gebracht. Nur langsam wird deutlich, was das für eine Klinik ist: Hier werden Versuchstieren, aber auch schon ersten Menschen Elektroden ins Hirn gesetzt. Zusammen mit drei anderen „Patienten“ wartet er darauf, an die Reihe zu kommen. Ein Zaun hindert sie an der Flucht.

„The Mind Snatchers“ (Originaltitel: The Happiness Cage, 1972) ist ein typisches Produkt der 70er-Jahre: etwas ungeschliffen hier und da, den letzten und den aktuellen (Vietnam)Krieg im Auge, Angst vor den Entwicklungen der modernen (Gehirn-)Medizin, und natürlich stecken hinter all dem die Militärs, sowie der genialische deutsche Arzt, der (unausgesprochen) gewiss vorher Nazi war, obschon keineswegs skrupellos porträtiert: Alle haben „gute Gründe“.

Vorlage war ein Theaterstück, entsprechend effektfrei und dialoglastig ist das Ganze. Auch die Zeit hat schon etwas an diesem Streifen genagt, nicht nur, was das Filmkorn angeht.

Und doch kann man sich dieses etwas zähe Stück heute noch mit Gewinn ansehen: Weil der Film sich stets an den großartigen Christopher Walken (damals 29, seine erste große Rolle) hält und dieser die Kernbotschaft von Anfang an verkörpert: lieber frei, unangepasst und unglücklich als glücklich passend auf Knopfdruck. Das macht „The Mind Snatchers“ trotz Schwächen zu einem interessanten und zeitlosen Kammerspiel um Willensfreiheit, Menschlichkeit und Machbarkeitsethik, das am Ende durchaus noch die Schrauben anzuziehen vermag.

Fazit: Anstrengendes Hirnforschungs-Drama für Fans intellektueller Message-SF. Geheimtip.

Zu haben auf DVD.

Bilder (C) The Mind Snatchers (aus dem YouTube-Clip)

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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