Todesstrahlen aus dem Weltall – Sekai daisensô (1961)

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Todesstrahlen aus dem Weltall, das klingt, wie Sie zugeben müssen, nach einem Spitzenfilm! Strahlen – Weltall – Todes. Ergo: Laserstrahlen + Außerirdische = Action bis zum Heldentod!

Etwas Warmes braucht der Mensch …

Leider geht die Rechnung bei „Sekai daisensô“ (Japan 1961) nicht auf, jedenfalls nicht ganz: Es handelt sich um ein 2015 spielendes Drama, in dem die USA und die Sowjetunion genau das machen, wofür sie all die teuren Atomwaffen gebaut und gehortet haben: Sie schießen sich damit die teuren Kindergärten und Wolkenkratzer gegenseitig in Schutt und Asche. Bei so einem Unsinn, aka: „kalter Krieg“, bleibt natürlich kein Stein auf dem anderen. Das zeigt der Film am Ende kurz, aber effektvoll mit allerlei explodierenden Miniaturgebäuden, die Toho-Mann Tsuburaya Eiji vorher in mühsamer Zusammenarbeit zusammengeklebt haben muss. Er ist der unsichtbare Held dieses Weltuntergangs.

Blast! Kaputtgeh‘!

Vorher gibts die familiäre Tragödie eines japanischen Einzelschicksals. Und natürlich die ellenlangen Geschichte unglaubwürdiger Entscheidungen und Fehler, die schließlich zum atomaren Weltuntergang führten. Hier liegt zugleich die größte Schwäche des Film, denn so dumm man auch war, Atomwaffen in übertriebener Menge zu lagern, so schlau war man dann doch irgendwie schon, die Befehlskette so einzurichten, dass diese uns nicht einfach um die Ohren fliegen. Aber hey, it’s just a movie.

Endlich Ruhe.

Am Ende gibts übrigens gar nichts mehr. Es ist eine der Stärken des Films, dies einmal sehr deutlich vor Augen zu führen. Hier lässt „Todesstrahlen aus dem Weltall“ auch den käsig-bräsigen 80er-Jahre-US-Konkurrenten „The Day After“ weit hinter sich. Nach diesem Weltuntergang ist die Welt wirklich untergegangen.

Fazit: 3.-Weltkrieg-Movie. Moralinsauer. Ermüdend. Kann man sich aber mal ansehen. Lohnt sich, um vorzuspulen, bis am Ende das malerische (Modell-)Armageddon stattfindet. Fast schade, möchte man da zynisch sagen, dass der kalte Krieg kein echtes Thema mehr ist: Ein Emmerich-Remake dieses Filmes könnte sehr beeindruckend ausfallen (und sein Drehbuch wäre auch nicht viel besser).

  • Noch mehr Footage aus „The Last War“, aber mit einer völlig anderen Musik bietet das Video The End

Andreas

Der Autor der Science-Fiction-Schund-Serie Scott Bradley bloggt auf scififilme.de über Sci-Fi-Filme, die er gerne sieht. Deine Meinung zu einem phantastischen Film ist vielleicht eine ganz andere als seine – und das ist gut so: Schreib uns in den Kommentaren, warum Du es anders siehst!

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